Wie es aussehen kann, wenn Banken in einer Finanzkrise schlapp machen, zeigt das aktuelle Beispiel der Argentinischen Wirtschaft. In den 90er Jahren die stärkste Volkswirtschaft in Südamerika, rutschten die Finanzen des Argentinischen Staates aufgrund von Fehlspekulationen seit 2001 in eine Schieflage. Internationale Kredite platzten, neues Geld von IWF (Internationaler Währungsfonds) gab es nicht, da das Vertrauen der Geldgeberstaaten nicht mehr vorhanden war.
Ergebnis: Argentinien wurde ab 2005 international isoliert.
Nur wenige Einzelstaaten waren danach überhaupt bereit, Argentinien in dieser Finanzkrise Geld zu leihen, aber dann auch nur zu überhöhten Zinssätzen.
Die aktuelle weltweite Wirtschaftskrise gibt dem Disaster weitere Nahrung. Denn sinkende Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt treffen auch die Argentinier, die weltweit einer der größten Sojabohnenproduzenten sind, hart.
Zudem bringt die Wirtschaftskrise in Argentinien eine steigende Inflation mit sich.
Als ein Ausweg aus der Krise ist der Ruf nach mehr Staat - nicht nur Argentinien - immer lauter geworden. Eine in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Innovation gefeierte Privatisierung der staatlichen Renten- und Pensionskassen werden in diesen Tagen wieder verstaatlicht.
Die mehr als 10 unterschiedlichen privaten Rentenkassen haben immerhin ein Volumen von 30 Milliarden Dollar, die dem wirtschaflich stark unter Druck stehenden Argentinischen Staat unter die Arme greift.
Angesichts anhaltender Rezession bleibt jedoch abzuwarten, ob die Verbindlichkeiten des Staates in den nächsten Jahren effektiv zurückgeführt werden können. Die Gefahr eines Staatsbankrotts besteht weiterhin.
( A.N./2008 )