Zur Finanzkrise äußert sich James Wolfensohn – ehemaliger Präsident der Weltbank
Auch er gehört zu denjenigen, die während der Finanzkrise hoffnungsvoll und mit Zuversicht auf die Präsidentschaft von Barack Obama aufblicken. Der ehemalige Präsident der Weltbank und ein geschätzter Geschäftsmann James Wolfensohn nennt dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, seine Befürchtungen und Hoffnungen in der globalen Finanzkrise.
Mit 43 Jahren wurde Kennedy zum Präsidenten gewählt und seine Amtszeit war „ziemlich gut“, sagt der Ex-Präsident der Weltbank. Barack Obama ist mit 48 Jahre nicht viel älter und habe sich auch bereits ein intellektuell und ökonomisch erstklassiges Team zusammengestellt, mit Tim Geithner, Larry Summers und Paul Volcker, allesamt laut dem Ex-Chef der Weltbank sehr gute Experten für die Bewältigung der Finanzkrise. Der neue Präsident der USA wird „den Bürgern und den Firmen jeden erdenklichen Anreiz für Konsum und Investitionen geben“, um aus der Finanzkrise herauszukommen, meint Wolfensohn in einem Interview mit dem SPIEGEL. In den USA fließen bereits drei Billionen von den angekündigten neun Billionen Dollar an die Finanzinstitute, die ihnen in dieser Finanzkrise zugute kommen sollen.
Finanzkrise vergrößert die Armut
Die Spezialgebiete des ehemaligen Präsidenten der Weltbank sind jedoch Indien, China und die Länder in der Subsahara. China könnte in der Finanzkrise einer der Länder für die Stimulation der Märkte werden. Indien ist dagegen noch mit den Problemen mit seinem Nachbarland Pakistan beschäftigt und auf die Zukunft der Subsahara-Länder blickt der ehemalige Weltbankpräsident pessimistisch. Das Gebiet, in dem über 800 Millionen Menschen angesiedelt sind, jedoch nur eineinhalb Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts ausmachen, ist vor allem in der Finanzkrise eine Problemzone. Und für die nächsten Jahrzehnte prophezeit er ein Fortschreiten des Trends, mit der Konsequenz: „Die Kluft nimmt zu zwischen Afrika und dem Rest der Welt.“
Der ehemalige Präsident der Weltbank ist mit seinen 75 Jahren ein erfahrener Mensch für die Finanzkrise. Er arbeitete als Rechtsanwalt in Sydney, war Investmentbanker in London, Sanierer des Kennedy Center in Washington und der Carnegie Hall in New York. Später hat er als Präsident der Weltbank und als Sonderbotschafter in Nahost mit der Entwicklung der Wirtschaft zu tun. Er glaubt nicht, dass die Finanzkrise aus dem Kapitalismus resultiert. Schuld seien einzelne Menschen, die exzessiv gehandelt hätten. Deshalb hofft er, dass sich aus dieser Finanzkrise auch eine aufgeklärtere Regierung mit angemessenen Regulierungen entwickelt, die für einen sozial verantwortungsbewussten Kapitalismus eintritt.
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