Organisiertes makro- und mikroökonomisches Finanzkrisen-Verbrechen!
Der Master der Master of Universe Madoff sitzt nun hinter Gitter. Sechs mal lebenslänglich. Indes treiben die Anlageberater, Banker und der Welthandel ihr profitgieriges Ausbeutungshandeln in alter Manier weiter. Überwiegend ohne juristische Folgen. Mit einem Achselzucken wendet man sich von den Wirtschaftskrisennachrichten ab, der Tagesordnung zu. Business as usual.
Die EU und USA machen ein paar Schönheitskorrekturen an der Finanzaufsicht und der Verantwortlichkeit. Das war’s. Bis jetzt jedenfalls.
Am 29.06. zeigte WISO, wie 24 von 25 Anlageberatern bank- und eigeninteresse- und nicht kundeninteresseorientiert beraten und dabei teilweise nicht einmal die Zertifikate selbst verstehen, die sie mit Garantiegeschwafel den Kunden aufschwatzen wollen. Darunter Citybank, Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Postbank, SEB, Sparda, Sparkassen und Volksbanken. Nur der Stuttgarter Volksbankberater beriet im Ansatz richtig.
Druck von oben, renditeträchtige Anlagen möglichst oft an den Kunden zu bringen und Eigenprovisionsinteresse prolongieren das Ausbeutungssystem in gewohnter Struktur. Durch die Finanzkrise erhöht sich sogar der Druck für die Banken, schnelles Geld zu machen. Ein System schaufelt sein eigenes Grab.
(siehe unter wiso.zdf.de)
Makroökonomische Ausbeutungsstrukturen
Wagenhofer’s beklemmende Filmstudie „Let’s make money“, zur Ausbeutungsstruktur einer monetären Profitmonokultur des Welthandels erschien nun als Video. Es gelingt ihm wie selten, individuelles Leiden, menschliche Gier und makroökonomische Zusammenhänge darzustellen.
Er zeigt, wie sich die Vertreter eines schrankenlosen und unregulierten Welthandels die Profite auf Kosten der armen Länder, Menschen und Umwelt, einverleiben. Kurz vor der Finanzkrise kam der Film in die Kinos. Jetzt, ein knappes Jahr später, mitten in der Wirtschaftskrise, offenbart die Studie, was für ein Damoklesschwert bereits auf uns herunterkracht.
Während sklavengleiche Beschäftigung in den Billiglohnländern für die Förderung und industrielle Verarbeitung von Rohstoffen durch multinationale Konzernherren geschieht, treiben die Händler noch Profitspielchen damit und schaffen ein Nachfrage- und Angebotsgebahren, das nichts mit realer Bedürftigkeit zu tun hat. Dabei werden steuererhebende Staaten ausgetrickst und Immobilienstädte lediglich zur Wertsteigerung von Fonds gebaut. Deutsche Bank in der Steueroase Jersey, um nur ein Beispiel zu nennen! (Wir berichteten.)
Und wenn das Blut auf den Straßen fließt und die Weltwirtschaft am Boden liegt, machen Anleger Luftsprünge. Zeit des Kaufens. So Mark Mobius, Investor und Fondsmanager in Singapur.
Baumwollpflücker in Burkina Faso/Afrika müssen sich von den Produktionsherren ihrer letzten Lebenssäfte berauben lassen, bis Mensch und Boden ausgedörrt und bar aller Vitalstoffe dahinsterben. Während die liberale USA ihren eigenen Baumwollmarkt mit Milliarden Subventionen schützt. Dadurch ist kein vernünftiger Weltmarktpreis zu erzielen.Von Hand klopfen Frauen und Kinder den ganzen Tag Steine in Steinbrüchen zur Schotterherstellung für einen Teller Reis. Gulag-Verhältnisse.
Im goldreichen Afrika geschürftes Gold belässt 3 % seines Wertes in Afrika, der Rest wandert in die Taschen der weißen Ausbeuterstaaten. Francis Kologo, ein afrikanischer Baumwollmanager meint, wenn dieses System so weiterläuft, kann Europa auch 10 Meter hohe Mauern an seinen Grenzen errichten, die Flüchtlinge werden kommen. Es ist ihre letzte Chance.
Die Stadt Wien verkaufte ihre Straßenbahn für über 1 Milliarde Dollar an amerikanische Investoren, parkt das Geld auf englischen Banken, die wiederum sozusagen die Billets an die Investoren bezahlen, damit der Wiener Bürger seine Bahn benutzen darf.
Indes betreibt der superreiche Österreicher Mirko Kovats Stahlverarbeitung im Billiglohnland Indien. Menschen schlafen auf der Straße. Die Weltbank und der internationale Währungsfond indes treiben eine Politik der ausbeuterischen Kreditvergabe, die lediglich die Bereicherung der Großkapitalisten befördert.
Während die reichen Nationen zu Dienstleistungsgesellschaften mutierten, diktieren sie die Preise für Rohstoffe und Industrieprodukte.
John Perkins, ein Weltbank-Insider, beschreibt, wie Präsident Nixon Gold als Währungwert, das er nicht hatte, aussetzte und mit der OPEC eine einzige Währungszulassung für Öl aushandelte: US-Dollars. Saddam Hussein wollte aus diesem Dollar-Diktat aussteigen und prompt marschierte Amerika ein. Nichts ist, wie es scheint!
Am Genfer See liegt der Hügel Mont Pelerin, auf dem sich 1947 westliche Denker auf Einladung von Friederich August von Hayek zusammen fanden, um die Zukunft der Welt zu beraten. Die Mont Pelerin-Gesellschaft entstand. Geburtsstunde des Neoliberalismus.
Unter Reagan genoss sie einen enormen Aufschwung. Er, die Mont Pelerin-Society-Mitglieder und Thatcher setzten zusammen mit den US-dominierten Institutionen IWF und Weltbank die Ideen um:
1.Liberalisierung der Handelsströme
2.Zurückdrängen staatlicher Macht und Einflussmöglichkeiten
3.Privatisierung öffentlicher Güter (Energie, Wasser, Telekommunikation, Postwesen, Verkehr etc.)
Der Ressortleiter für Wirtschaft der Neuen Zürcher Zeitung, Dr. Gerhard Schwarz empfiehlt ein Eintrittsgeld für alle, die in die reichen Staaten zuwandern wollen. Teilhabe am Reichtum nur für Mitglieder. Spätestens da bleibt jedem noch mit Instinkt versehenen Menschen die Spucke weg. Kolonialismusvertreter im neoliberalen Gewand.
Der Film läßt dem Zuschauer Zeit, die intensiven Bilder und für sich sprechenden Schnitte aufzunehmen. Einmal gesehen, macht er betroffen. Nach mehrmaligem Sehen schmerzen die Zusammenhänge profitorientierter Ausbeutung die Seele schwer, wenn man die Tatsachen an sich heranlässt. Ein Grund, aufzustehn und daran mitzuarbeiten, dass dieses Casino geschlossen wird.
„Schulsprecherin“ der SPD, Monika Grieffahn (MDB) empfiehlt den Film für den Schulunterricht.
Der Film ist mehr als empfehlenswert. Für eine globalisierte Generation muss das Wissen um die Zusammenhänge notwendiger Bestandteil eines Volks-Lehrplans sein. Um die Not zu wenden. Damit dem organisierten Verbrechen ein Ende gesetzt wird. Wie Heiner Geissler oft in Anlehnung an ein Bibelwort sagt: „Das Geld hat dem Menschen zu dienen und nicht der Mensch dem Geld!“
(siehe unter: http://letsmakemoney.de/downloads)
© Autor: Harald Schuster
Tags: Banken, Wirtschaftsethik
