Märklin der Weg in die Pleite
Am 4. Februar 2009 meldete das traditionsreiche Unternehmen Märklin Insolvenz an. Die Wirtschaftskrise hat nun auch das Modelleisenbahn Unternehmen Märklin erreicht. Doch was war die Ursache? Die heutige Zeit, die Technik? Der Märklin Konzern wurde 1859 von Wilhelm Theodor Friedrich Märklin gegründet.
Die Jugend heutzutage interessieren sich kaum noch für Modelleisenbahnen, sondern sind eher für die Playstation oder die neuen Computerspiele zu begeistern. Feuchte Augen beim Anblick einer schönen Modell-Stadt mit Märklin-Modelleisenbahnen bekommt nur noch die ältere Generation.
Doch es gibt Meldungen, dass der Konzern Märklin bereits schon über längere Jahre finanzielle Probleme hatte. 2004 stand Märklin schon einmal kurz vor der Insolvenzanmeldung doch der Konzern konnte noch mal gerettet werden. Auch 2006 wurden bereits 400 Mitarbeiter entlassen und Märklin-Werke in Sonneberg und Nürnberg geschlossen.
In den letzten Jahren kann der Märklin-Konzern eine hohe Anzahl von Führungswechseln verzeichnen. Auch mehrere Geschäftsführer und auch viele Unternehmensberater vom Finanzinvestor Kingsbridge Capital haben versucht den Konzern vor der Insolvenz zu retten.
Ute Klapdor kam August 2007 in den Konzern Märklin als Bereichsleiterin und schon damals wies sie auf bestehende Liquiditätsprobleme hin. Axel Dietz kam am 01. Februar 2007 in den Konzern Märklin und wurde sowohl Geschäftsführer als auch Anteilseigner. Aber nach eineinhalb Jahren verlässt auch er den Märklin Konzern ohne große Angabe von Gründen.
Nach 150 Jahre traditionsreicher Arbeit ist von einer Feierstimmung nichts zu spüren, auch wenn der derzeitige Geschäftsführer Norbert Scholte sagt, es sei ein wirtschaftliches Unternehmen und dass man Massenentlassungen vermeiden müsste. Er sprach sogar von Schwarzen Zahlen für das kommende Jahr.
Als Dietmar Mundil die Insolvenz des Märklin Konzern bekannt gab, sind noch 1050 Mitarbeiter beschäftigt. Die Banken und Landesbanken stimmen den Krediten nicht mehr zu, auch wenn der Märklin Konzern für 2008 ein enormes Auftragshoch verzeichnen kann. Dieser Auftragsrekord verschaffte Märklin im ersten Halbjahr 2008 ein Umsatzplus von 22%. Es ist bereits bekannt, dass sieben Kaufinteressenten für den Märklin Konzern bereitstehen. Diese müssten allerdings ein Finanzierungsvolumen von 100 Millionen Euro aufbringen können.
Aber auch in den traurigen Tagen gibt es Meldungen welche die Mitarbeiter des Märklin Konzern positiv stimmen lassen, denn die Märklin-Eisenbahnfans haben zur Rettung des Märklin-Konzerns einen Fond errichtet in dem die 100 Millionen gesammelt werden sollen. Damit wollen die Märklin Fans den Konzern retten und selber übernehmen und so einen Verkauf von ausländischen Unternehmen und somit eine Auslagerung der Märklin-Werke in die Billiglohnländer verhindern.
Im Zeichen der derzeitigen Wirtschaftskrise wäre solch ein Vorgehen ein völlig neuer Ansatz um ein Unternehmen wie den Märklin Konzern vor dem Aus zu retten. Man kann nur hoffen, dass die vielen Märklin-Fans es schaffen und somit die vielen Arbeitsplätze zu erhalten.
© Autor: Romy Reitt
