Gemeinsamkeiten von Wetten an der Börse und Wetten auf Sport

Wenn es darum geht mit Aktien Gewinne zu erzielen, dann ist es unerlässlich sich die richtigen Informationen zu beschaffen und dies ebenso richtig zu interpretieren. Den Interpretationsmöglichkeiten sind dabei nur wenig Grenzen gesetzt und so ist es wenig verwunderlich, dass sich Analysten nur selten vollkommen einig sind. Lässt man Insiderwissen einmal außen vor, dann bleibt jeder Aktienkauf eine Wette auf eine günstige Kursentwicklung. Auch bei Sportwetten kommt der Informationsbeschaffung eine tragende Rolle zu. Wie ist zum Beispiel die Heimbilanz einer Mannschaft? Fehlt ein wichtiger Stammspieler? Wie ist es um die Motivation einer Mannschaft bestellt? Diese Liste könnte man wohl unendlich fortsetzen, und wie an der Börse, so gilt auch bei Sportwetten, dass die richtige Interpretation der gesammelten Informationen das Um und Auf für Erfolg ist.

Sportwetten und Aktienhandel überschneiden sich in vielerlei Hinsicht. Meist genügt ein Blick in ein einschlägiges Aktien- bzw. Sportwetten-Forum um Themen zur jeweils anderen Disziplin zu finden. Die Fragen drehen sich dabei zumeist um das gleiche Thema. Kann man Wissen über die Mechanismen des Aktienmarktes gezielt für Sportwetten verwenden bzw. kann man Wissen über erfolgreiches Traden an Wettbörsen für erfolgreichen Aktienhandel verwenden?
Die Wette auf steigende Kurse bzw. auf Favoriten

Kostolany sagte einmal „Der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen, ist, weil sie steigt“. Auf Sportwettenbezogen könnte man beinahe sagen „Der dümmste Grund auf eine Mannschaft zu wetten, ist, weil sie Favorit ist“.  Kauft man eine Aktie erst nachdem Sie eine lange positive Entwicklung durchgemacht hat, dann kauft man die Aktie womöglich zu einem überhöhten Preis bzw. kurz bevor sie beginnt an Wert zu verlieren. Bei Sportwetten verhält es sich ähnlich, jedoch umgekehrt. Es ist kein Geheimnis, dass die Mehrheit gerne auf Favoriten wettet. Schließlich ist es auch statistisch belegt, dass Favoriten deutlich häufiger gewinnen als Außenseiter. Da der Großteil der Wetteinsätze auf der Seite des Favoriten platziert wird, sind die Buchmacher dazu gezwungen nach und nach die Favoritenquoten zu senken um die Balance in ihrem Buch wieder herzustellen.

Der Wettanbieter als Mittelsmann

Um dies zu verstehen muss man sich zuerst fragen wie ein Wettanbieter überhaupt Gewinne erzielt. Eine weit verbreitete Meinung ist, dass man bei einer Sportwette gegen den Wettanbieter wettet und der Wettanbieter häufiger gewinnt als man selbst. Dies ist falsch. Wie auch auf den Aktienmärkten, so wettet man auch bei Sportwetten in erster Linie gegen andere Wetter. Je mehr Einsätze beispielsweise auf einen Favoriten platziert werden, desto eher ist der Buchmacher gezwungen die Quoten zu senken. Der Buchmacher ist auf dem Sportwetten Markt daher nur ein Mittelsmann, der versucht das Buch auszubalancieren. Die Quotentendenzen werden hingegen vom (vergangenen und zu erwartenden) Verhalten der Marktteilnehmer bestimmt. Allbekannt ist, dass die Erwartungen und Gefühle von Börsenteilnehmern einen sehr großen Anteil an Kursentwicklungen haben. Weniger bekannt ist hingegen, dass Massenpsychologie bei Sportwetten eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Quotenentwicklung spielt.

Wettbörsen

Es gibt heutzutage auch Wettbörsen (die bekannteste ist sicherlich Betfair), wo kein Buchmacher „dazwischen geschaltet“ ist. Die Quoten werden rein durch Angebot und Nachfrage erzeugt. Jeder User hat selber die Möglichkeit eine Quote anzubieten bzw. seine eigenen Wetten wieder zu verkaufen. Vergleicht man die Quoten auf Wettbörsen mit jenen bei einem klassischen Wettanbieter, dann wird deutlich, dass die Wettquoten bei den Wettbörsen zumeist höher sind; die Unterschiede sind allerdings nur gering. Dadurch, dass der „Mittelsmann Wettanbieter“ ausgeschaltet wird, bleibt für die anderen Markteilnehmer eine höhere Spanne.