Finanzkrise und Gegenmaßnahmen in anderen europäischen Ländern
Mit einem Konjunkturpaket II hat die Regierung in Deutschland bereits eine umfangreiche Strategie für die Eindämmung der Finanzkrise zusammengestellt. Für die Banken wir derzeit an einem neuen Rettungspaket gearbeitet. Wie entwickelt sich die Wirtschaft in Zuge der Finanzkrise in anderen europäischen Ländern?
Island
Das wohl bekannteste Beispiel für eine schlechte Wirtschaftspolitik ist Island. Der Inselstaat konnte zwar mit Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF) und befreundeter Staaten gerettet werden. Island steht jedoch vor schweren Zeiten.
In den letzten Tagen haben sich die Demonstrationen gegen die Regierung gemehrt. Sie wird als handlungsunfähig angesehen und mitverantwortlich für die großen Währungsprobleme in Island gemacht. Die Arbeitslosigkeit ist während der Finanzkrise drastisch angestiegen und die Landeswährung Krone hat an großen Wert verloren.
Großbritannien
Ebenso steigt in Großbritannien die Arbeitslosigkeit im Zuge der Finanzkrise steil an und die Bankenrettung kann an der angeschlagenen Wirtschaft nicht viel ändern. Das Vereinigte Königreich könnte bald vor einem Staatsbankrott stehen, so prophezeien einflussreiche Ökonomen. Das Statistikamt wird am Freitag die BIP-Entwicklungen von Ende 2008 angeben. Erwartet wird von Experten ein Rückgang, den es seit 1980 nicht mehr gegeben hat. Damit wäre in Großbritannien der Zustand der Rezession erreicht.
Viele Experten erwarten als Gegenmaßnahme eine weitere Senkung des Leitzinses der Bank von England. Um die Wirtschaft direkt zu unterstützen, wird von der Notenbank in England wahrscheinlich versucht, Unternehmensanleihen zu kaufen.
Frankreich
Als sich das Ausmaß der Finanzkrise zeigte, spöttelte der französische Premierminister Sarkozy über Deutschland: „Frankreich arbeitet daran, Deutschland denkt nach.“ Heute stehen beide Länder auf dem gleichen Stand. Auch Frankreich versucht es mit einem zweiten Paket. Mit nochmals bis zu 10,5 Milliarden Euro wollen die Franzosen die einheimischen Banken unterstützen. Die zweitgrößte Bank, Societe Generale soll davon mit 1,7 Milliarden profitieren.
Bei der Neuverschuldung achtet kaum ein Staat mehr auf die Obergrenze des Maastrichts Kriterium von 3 Prozent. Für den gesamten Euro-Raum wird eifrig an einheitlichen Maßnahmen gegen die Finanzkrise gearbeitet. Nach einem Bericht des Handelsblatts wird sich damit am Montag eine Arbeitsgruppe von Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) beschäftigen.
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