Fiat, Magna, Gazprom, Sberbank – Opel-Poker in Runde 2

Neben Fiat und Magna, meldet nach neusten Verlautbarungen der ARD auch der russische Energielieferant Gazprom und die russische Sberbank Interesse an Opel an.

Wie bei einer öffentlichen Versteigerung eines unbezahlbaren Hauses muten diese neuen Opel- interessemeldungen an. „Billig will ich“ scheint das Motto der Interessenten in der Wirtschaftskrise zu sein. Denn nicht nur Fiat ist selbst verschuldet, sondern auch Gazprom.

Letzten Meldungen zufolge hat Gazprom Milliarden Verbindlichkeiten, etwa im Umfang der Hälfte ihres Jahresumsatzes! Aber sie pokern, vermutlich um aus der Gunst der Wirtschaftskrisen-Stunde später Kapital zu schlagen! Ein Mutter-Theresa-Motiv ist bislang nicht erkennbar!

Auch Magna und die russische Sberbank müssen seit der Finanzkrise Millionen Verluste verbuchen, obwohl sie im Vergleich mit Fiat und Gazprom solider dastehen, nimmt man lediglich die Bilanzzahlen als Grundlage. Erörtert man die vorhandenen Vermögenswerte, dann sind Fiat und Gazprom wiederum der stärkere Partner für Opel.

Doch internationale Konzerne orientieren sich im Wesentlichen an dem Ziel der Profitmaximierung.
Personal- und steuerkostenteure Standorte wie die Bundesrepublik Deutschland sind da eher unrentabel.

Opel selbst unterhält ja bereits Werke im Ausland, beispielsweise in Polen und Spanien. Warum sollten Fiat und Gazprom nach einer Opel-Übernahme sich mit Arbeitnehmerrechten, Tarifrechten und Steuerrechten in Deutschland lange herumschlagen wollen?

Es geht auch billiger! Wenn die Opelaner und Deutschland sich lange zickig zeigen, werden die vorhandenen Opelwerke Wertverluste erleiden und die Übernahmen durch Investoren umso rentabler! Produktionsstandorte jedoch zu verlagern, ist für heutige Konzerne ohnehin kein Kunstwerk mehr! Armes Deutschland!

© Harald Schuster

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