Börsenpsychologie – Die Macht der Analysten

An der Börse spielen Prognosen zur Performance der Wirtschaft eine wichtige Rolle. Die Stimmung der Marktteilnehmer hat einen enormen Einfluss auf die Realwirtschaft. Die Börsenpsychologie ist einer der entscheidendsten Faktoren.

Die Stimmung ist ein sehr wichtiger Indikator in der Börsenpsychologie. Je mehr Optimisten es an der Börse gibt, desto weniger potentielle Käufer und desto mehr potentielle Verkäufer sind vorhanden. Die Medien und Analystenmeinung tragen einen großen Teil zur Stimmung bei, die letzten Endes zum Kauf oder Verkauf führt.

In Newsgruppen heizen oder bremsen sich Anleger gegenseitig an. Gerüchte sind wie ein Brandbeschleuniger. Das kann positiv sein, wenn es um Gewinnaussichten geht, wie bei Fusionen, die die Anleger zum Kauf anregen.

Es kann aber auch negativ wirken und die Investoren in eine Art Lähmungszustand versetzen, wenn die Aussichten negativ sind. In der Vergangenheit und aktuell haben Kriege und herannahende Wirtschaftskrisen hohe Kurseinbrüche verursacht.

Der Markt ist in einer börsenpsychologisch schwierigen Verfassung
Im Juni letzten Jahres, 2008, noch bevor sich die Wirtschaftskrise an der Börse bemerkbar machte, sagte Anlageexperte Markus Stahl von der bankenunabhängigen Vermögensverwaltung „Steinhart&Stahl“: „Der Markt ist kurzfristig psychologisch in einer schwierigen Verfassung und wird vorerst unter Druck bleiben, ganz einfach, weil viele Probleme noch nicht gelöst sind.“

Die angesprochenen Probleme waren ein hoher Ölpreis und unsichere Konjunkturaussichten, sowohl hierzulande als auch in den USA. Der Dax, Leitindex des deutschen Aktienmarktes, verlor an Punkten. In den folgenden Monaten wurde das Ausmaß der Finanzmarktkrise bekannt und bereits im September 2008 befand der Dax sich auf einem zwei Jahrestief, welches Anfang März 2009 seinen Tiefpunkt erreichte.

Macht der Analysten
Dadurch, dass der Einzelne, zumindest der Privatanleger, den Überblick über das Angebot an der Börse nur schwer behält. Bedient er sich zunehmend an dem Angebot von Orientierungshilfen, wie sie Börsenanalysten bieten. Aufgrund von Rating- und Analystenurteilen werden Entscheidungen gefällt.

Das zeigt die Entwicklung der EADS-Aktie am Montag, den 6. Juli 2009, eindrucksvoll. Analysten der Bank of America-Merill Lynch hatten die Aktie von „underperform“ auf „buy“ herauf gestuft. Der Titel profitierte mit einem zeitweisen Plus von 1,8 Prozent.

Stimmung der Marktteilnehmer von Prognosen und Analysen abhängig
In Bezug auf die Börsenpsychologie ist also zu sagen, dass die Stimmung der Marktteilnehmer mit positiven sowie negativen Prognosen und Expertenrat schwankt. Folglich schwankt auch die Performance an der Börse, da die Stimmung der Akteure deren Kaufentscheidungen sowie Kaufverhalten stark beeinflusst. Auch Marktanalysen sind ein großer Einflussfaktor in der Börsenpsychologie, solange sich die Akteure an ihnen orientieren.

Im Zusammenhang der Börsenpsychologie erklärt Klaus Abberger des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung:
Börsenrelevant ist unser ifo Geschäftsklima. Dieses gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die deutsche Konjunkturentwicklung. Unsere Beobachtungen zeigen, dass die Börse das ifo Geschäftsklima stark im Blick hat und mit der Veröffentlichung des Klimas auch jeweils reagiert.

Geschäftsklima für deutsche Wirtschaft hat sich im Juni erneut verbessert
Der Pessimismus der Befragten Unternehmen hat, laut ifo-Geschäftsklimaindex, im Juni weiter abgenommen. Die Aufhellung resultiert ausschließlich aus den Erwartungen der Unternehmen, gab das ifo Institut Ende Juni, dieses Jahr, bekannt.

Zeitgleich lässt sich ein Anstieg der Dax Performance feststellen – Ebenfalls Ende Juni. Laut dem US-amerikanischen Finanzexperten, André Kostolany, macht die Wirtschafts- und Börsenpsychologie kurz- oder mittelfristig 90% aus.

© Esther Sarach

Tags: , ,

Comments are closed.