Arcandor und der Wettlauf gegen die Insolvenz

Nun ist es offiziell, Arcandor hat am 10.06.09 Insolvenz angemeldet. Nun gibt es ein Insolvenzverwalter, Klaus Hubert Görg (Anwalt), der mit Hilfe eines Spezialistenteam von Insolvenzverwalter sich um den Ablauf von der Insolvenz von Arcandor kümmert.

Arcandor ist momentan überall in den Nachrichten, denn seit 05.06.09 wurde von dem Konzern beim Bundesfinanzministerium ein Antrag auf Kredit über 437 Millionen Euro aus dem Fond für Rettungsbeihilfe gestellt.

Arcandor heißt Dachgesellschaft und der Konzern besteht aus einem Touristik Teil Thomas Cook und einen Versandhandel wie Primado und dem Einzelhandel Karstadt. Karstadt und Quelle kämpften schon seit 2004  mit finanziellen Problemen im Bereich des Einzelhandels und es gibt Nachrichten die besagen, dass dieser Bereich nicht mehr zeitgemäß ist.

Seit November 2004 erwirtschaftete der Arcandor-Konzern einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro, anschließend wurde als Konsequenz die Trennung von Starbucks vorgenommen. Des Weiteren wurde vom damaligen Geschäftsführer Mittelstädt schon seit Jahren versucht, den Arcandor – Konzern wieder auf die Beine zu bringen.

Er verkaufte das Versandhaus Quelle und mietete es anschließend wieder zurück. Durch die enormen Mieten verschuldete sich der Arcandor Konzern noch weiter. Das ist mit der Hauptgrund der finanziellen Misere der Karstadt - Mutter Arcandor.

Am 08. Juni wurde bekannt, dass die Regierung den Antrag auf Kreditbeihilfe von Arcandor ablehnte. Anschließend hatte der Arcandor Konzern noch Zeit bis zum 10.06.09 sein Konzept zu überarbeiten und es dann noch mal bei der Regierung vorzustellen. Aber das Konzept scheint die Bundesregierung nicht überzeugt zu haben, denn sie verweigerten nach wie vor die staatliche Förderung aus dem Rettungspaket.

Schon seit Februar 2009 ging es rapide bergab. Der derzeitige Geschäftsführer Karl Eick schlug einen Sanierungsplan zum Abbau von den aufgelaufenen Schulden in Höhe von 2,6 Milliarden Euro vor. Durch die Mietschulden muss das Tafelsilber des Unternehmens wie die bekannten Warenhäuser KadeWe, das Alsterhaus und das Oberpolingen verkauft werden.

Der Karstadt Konzern kann seit dem 24. März 09 die Insolvenz nicht mehr abwenden. Die SPD stellt zwar eine Millionen Bürgschaft in Aussicht, allerdings nur in Verbindung mit einer Fusion mit Metro beziehungsweise mit Kaufhof zu einer Warenhaus AG.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert auch Gespräche mit Kaufhof und Karstadt, denn sie bevorzugt eine privatwirtschaftliche Lösung für die Rettung des Arcandor - Konzerns. Doch die ersten Gespräche mit Metro brachten keine Einigung zustande, denn natürlich ist beim Arcandor Konzern die Angst groß, dass Know –how bei einer Fusion mit einem anderen Konzern zu verloren geht.

Auch der Wirtschaftsminister zu Guttenberg teilte mit, dass zur Rettung von Karstadt zu wenig von den Eigentümer selber gemacht wird. Er fordert von dem Arcandor Konzern ein Konzept mit Substanz. Auch wurde gemeint, dass durch die Insolvenz auch die nicht so umsatzstarken Teile des Arcandor Konzern nun abgetrennt werden können, aber das wäre ohne die Insolvenz nicht möglich gewesen.

Kritiker meinen, dass der Arcandor Konzern nicht durch den Staat gerettet werden sollte, denn der Arcandor-Konzern war auch schon lange vor der Finanzkrise ein Problemfall. Demnach steht dem Arcandor Konzern auch keine finanziellen Unterstützung aus dem Rettungspaket der Bundesregierung zu.

Auch die Wirtschaft fordert das Karstadt vom Einzelhandel geführt werden soll. Der designierte Verhandlungspartner Metro macht dem Arcandor Konzern ebenfalls Vorwürfe, dass mit der Insolvenz nur gespielt wird.  Die Kritik an Karl Eick wird indes auch immer größer, denn ihm fehlen einfach die Erfahrungen im Einzelhandel da er von der Telekom kommt.

Aber auch nach der Eröffnung der Insolvenz, steht dem Arcandor-Konzern die Tür zu Verhandlungen mit Metro weit offen und auch OTTO hat Interesse an den Konzern bekundet, allerdings nicht an Quelle. Alleine dadurch sieht der Insolvenzverwalter für Arcandor gute Chancen zu Sanierung.

Die ca. 43.000 Mitarbeiter haben Angst ihre Arbeitsplätze zu verlieren und wenn man die Nachrichten verfolgt, kann man fast meinen das Karstadt die Situation ausnutzt. Man kann nur hoffen, dass die möglichen Optionen zur Rettung des Arcandor Konzern angenommen werden. Man nur hoffen, dass das Unternehmen daraus lernt und sich ein neues Konzept überlegt. Denn sollte dies nicht geschehen, ist es meiner Meinung nach, nur eine Frage der Zeit bis der Arcandor Konzern wieder mit dem Rücken zur Wand steht.

© Autor: Romy Reitt

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